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Chargesheimer – Andenken an die photokina 1956 für Luther H. Evans als Geschenk von L. Fritz Gruber 1957, Album mit 12 Fotografien, jeweils 23,5 x 27,4 cm, Album 24 x 35 cm – Erworben 2013

Chargesheimer – Die Photokina 1956

Diese Zusammenstellung von Fotografien der Photokina von 1956 des mittlerweile legendären Kölner Fotografen Chargesheimer (1924–1971) sandte L. Fritz Gruber an Luther H. Evans, der von 1953 bis 1958 Generaldirektor der UNESCO in Paris war. Das Dankschreiben an „Dr. L. Fritz Gruber, International Photo- and Cine-Exhibition“ vom 8.Februar 1957 liegt noch bei. Leo Fritz Gruber (1908–2005) war mit Bruno Uhl der Initiator der ersten „Photo-Kino-Ausstellung“, die 1950 in der Deutzer Messe ihre Tore öffnete. Bis 1980 war er zudem ihr künstlerischer Leiter und zeichnete für die begleitenden Bilderschauen verantwortlich.

1956, das Jahr, in dem der US-Amerikaner Evans (1902–1981) die Photokina besuchte, zählte diese bereits 170.000Besucher. Chargesheimer, der 1957 seinen ersten namhaften Bildband „Cologne intime“ veröffentlichen sollte, gibt am Anfang und Ende Impressionen der Stadt mit Dom, dazwischen finden sich Porträts wichtiger Besucher mit Evans wie z.B. Bundespräsident Heuss und immer wieder mit L. Fritz Gruber.

 

 

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Karl Hugo Schmölz – Der Bau des Auer-Silos in Köln-Deutz, 1939/40, Album mit 17 Fotografien, jeweils 17,6 x 12,3 cm, Album 25,2 x 21 cm – Erworben 2012

Karl Hugo Schmölz – Der Bau des Auer-Silos

Nach dem Tod seines Vaters Hugo 1938 arbeitete Karl Hugo Schmölz (1917–1986) lange Jahre unter dessen Namen weiter. So sind auch einige der Fotografien in diesem Album mit dem Stempel des von seiner Stiefmutter geleiteten Schmölz-Studios versehen. Der 22 Jahre alte Karl Hugo Schmölz arbeitete im Stil seines Vaters und das war genau das, was die Auftraggeber erwarteten – wie auch bei diesem Album „Der Auer-Silo – Neubau des Getreidesilos der Mühlenverwaltungs- und Lagerhaus-Gesellschaft Köln-Deutz m.b.H.“. Dokumentiert sind die Bauzustände von Juli und November 1939 sowie das fertig gestellte Gebäude im März 1940. Architekt war Heinrich Bartmann, die Ausführung lag in den Händen der Bauunternehmung Heinrich Butzer.

Die Fotos sind reine Architekturfotografie – die Betrachter merken nichts vom zwischenzeitlich begonnen Krieg. Die Mühle selbst wurde am 18.Dezember 1944 von Bomben getroffen. Der Wiederaufbau dauerte bis 1950. Im folgenden Jahr wurde der Namen „Aurora“ als Warenzeichen registriert.

 

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August Kopisch/Lieselotte Neupert, "Die Heinzelmännchen", Düsseldorf: Schwann-Verlag, 1946 – Erworben 2011

Buchkonvolut „Die Heinzelmännchen“

Zu den bekanntesten Kölner Sagen zählen sicher „Die Heinzelmännchen“, denen die Stadt sogar ein steinernes (Brunnen)Denkmal gewidmet hat. Die bekannteste Version des Gedichts ist sicher die des Breslauers August Kopisch, die erstmals 1836 erschien und auf einer Erzählung des Kölner Lehrers Ernst Weyden aus dem Jahr 1826 basiert.

Die schöne Mär von den kleinen Männlein, die zur Nachtzeit die Arbeit der Menschen verrichten, bis sie durch die Neugier der Schneidersfrau vertrieben werden, hat seit damals zahlreiche Künstler zu (Bilder)Buchausgaben inspiriert. Allein im Kölnischen Stadtmuseum befinden sich an die 40 Heinzelmännchen-Ausgaben. Zumeist liebevoll illustriert wie hier von Lieselotte Neupert, erschienen 1946 im Düsseldorfer Schwann-Verlag, die eine heitere Reverenz an einen großen Zeichner und Dichter enthält – den Wiedensahler Wilhelm Busch, der im dritten Streich von Max und Moritz auch einen Handwerker in Szene setzt – den Schneider Böck.

Da die Bücher meist für Kinder gedacht waren, sind sie entsprechend vergänglich und selten, so dass es immer ein Gewinn ist, weitere Exemplare für die Nachwelt zu bewahren.

 

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Augustin Kramer, Modell des Kölner Bayenturms für Felix Mendelssohn Bartholdy, Köln 1838, Silber, H: 43 cm – Erworben 2010

Augustin Kramer, Modell des Kölner Bayenturms für Felix Mendelssohn Bartholdy, Köln 1838

Im Juni 1838 wurde dem berühmten Musiker und Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy als Dank für seine Leitung des 20. Niederrheinischen Musikfestes in Köln von den „dankbaren Theilnehmern“ eine beeindruckende Silberschmiedearbeit überreicht. Es handelte sich um ein Turmmodell aus Silber mit imitierten Steinen, Fenstern, Zinnen und Schilden mit Kölner Wappen auf fein geprägten und gravierten Turmwänden. Auf alte Zeiten verweist neben dem neugotischen Dekor die verborgene Funktion: Der obere Teil des Turmes ist abnehmbar, innen befindet sich ein Tinkgefäß. Die Silberschmiedearbeit führt damit die auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Tradition der Willkomm-Pokale fort, aus denen Zünfte einst den zu ehrenden Gästen den Wein reichten. Die Wiederentdeckung des Mittelalters bestimmte auch das Motiv: Die Silberschmiedearbeit ist das Modell des Kölner Bayenturms, erbaut um 1220 am Rheinufer als südlicher Eckturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Augustin Kramer gehörte zu den bevorzugten Künstlern von Prinz Friedrich von Preußen, Kommandeur der preußischen Truppen in Düsseldorf. Er führte seine Werkstatt in Köln „Am Malzbüchel13“ als des Prinzen „Hof-Juwelier u. Hof-Goldschmied u. Silberarbeiter“.

Das kunst- und kulturhistorisch bedeutende Modell des Bayenturms wurde 2010 im Auktionshaus Lempertz u.a. mit Mitteln der Freunde des Kölnischen Stadtmuseums e. V. ersteigert.

 

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Marta Hegemann – Weibliche Figurenkompostion, Ende 1920er Jahre, Aquarell über Bleistift, 33,4 x 26,7 cm – Erworben 2010

Marta Hegemann – Weibliche Figurenkompostion

Durch das Werk der Kölner Künstlerin Marta Hegemann (1894–1970) zieht sich das Thema „Frau“ als roter Faden. Auf diesem Blatt finden sich ein stehender und ein sitzender Frauenakt auf willkürlich angeordneten Stufen, die wie Puzzle-Teile wirken, sowie die immer widerkehrende ockerfarbene-graubläulich-weißlich getönte Landschaft. Die Gesichter der weiblichen Gestalten existieren schlichtweg nicht, auch die Nacktheit lässt sich auf den grauen Körpern eher erahnen als erkennen. Die beiden Frauen scheinen völlig teilnahmslos nebeneinander zu verharren, eine Kommunikation findet nicht statt, und doch sind beide eindeutig für die Betrachter wie auf Thronen platziert.

Marta Hegemann heiratete nach dem Besuch der Kölner Kunstgewerbeschule und dem Lehrerinnenseminar in Düsseldorf 1918 den Künstlerkollegen Anton Räderscheidt. Obwohl Marta Hegemann nie zu den sozialistisch orientierten ›Kölner Progressiven‹ gehört hatte, traf auch sie der Bann der Nationalsozialisten: Ihre Kunst galt als ›entartet‹. In den folgenden Jahren musste sie ständig ihren Wohnort wechseln, wodurch ein Großteil ihrer frühen Werke verloren gegangen ist. Dank der Hilfe des Fördervereins konnte dieses eindrucksvolle Aquarell für das Kölnische Stadtmuseum 2010 erworben werden.

 

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Rainer Gross, 4711-I, 2009, 116 x 183 cm, Öl und Pigmente auf Leinwand. Erworben 2010

Rainer Gross »4711-1«

Zu Beginn des Jahres 2010 entschied sich das Kölnische Stadtmuseum zum Ankauf eines für die Geschichte der Stadt Köln wichtigen Kunstwerkes. Das Ölgemälde »4711« (2009) zeigt einen Ausschnitt des Emblems der berühmten Kölner Parfum-Firma. Durch eine bestimmte Methode, bei der zwei Leinwände aufeinander gedrückt werden, entsteht der Eindruck des Verfalls – in diesem Falle etwa der eines korrodierten Schildes. Die unperfekte Oberfläche und die Andeutung des Darunterliegenden verweisen einerseits auf die Vergänglichkeit der Dinge. Gleichzeitig betont die Darstellung die Historizität der Gegenwart und verkörpert in herausragender Weise eine Melange von Geschichte und moderner Kunst.

Mit dem Ankauf des Werkes aus der Reihe »Contact Paintings« erweitert das Kölnische Stadtmuseum seine historisch ausgerichtete Sammlung um einen modernen Kontrapunkt mit geschichtlichem Bezug.

Rainer Gross wurde 1951 in Köln geboren und studierte von 1971 bis 1973 freie Malerei an der hiesigen Fachhochschule. Anschließend gab es mehrere fruchtbare Kooperationen mit namhaften Künstlern wie Howard Kanovitz und Larry Rivers. Seit 1996 erschafft Gross seine »Contact Paintings«. Er lebt und arbeitet in New York und Köln.

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Bildausschnitt

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Deckeldose, Höhe 12 cm, Länge 22 cm, Köln, Firma Orivit, 1904

Deckeldose, Firma Orivit, 1904

Die Firma ORIVIT AG wurde 1894 unter dem Namen »Rheinische Broncegießerei für Kleinplastiken« in Köln-Ehrenfeld gegründet. Die spezielle ORIVIT-Legierung aus Zinn, Spießglanz, Kupfer und Silber wirkt wie reines Silber, ist jedoch günstiger in der Herstellung und beständiger gegen Oxidation. Die Deckeldose mit Glaseinsatz und Deckel ist durch die verzierten Füße, Henkel und Griffe und den Facettenschliff ein interessantes kulturelles Zeugnis der Kölner Jugendstil-Zeit. Der Ankauf der Deckeldose wurde 2008 durch die Unterstützung der Freunde des Kölnischen Stadtmuseums ermöglicht.

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Trichterhalsbecher mit Reliefauflage »Vera Icon«. Material: Steinzeug, Grauer Scherben, Glasur. Höhe 14,6 cm. Durchschnitt: 6,2 cm. Herkunft: Siegburg, 15. Jh.

Trichterhalsbecher mit Reliefauflage »Vera Icon«

Die Stadt Siegburg war schon im Hochmittelalter als Töpferstadt bekannt. Das dort produzierte Steinzeug war sowohl handwerklich als auch künstlerisch von hoher Qualität und wurde nach ganz Europa exportiert. Der Trichterhalsbecher aus Ton wurde im 15. Jahrhundert auf einer Drehscheibe hergestellt. Auf dem Gefäßkörper sind drei Reliefmedaillons angebracht, die das Antlitz Christi (Vera Icon) zeigen. Dieses fast in seiner Gänze erhaltene Stück ist ein beeindruckendes Zeugnis der mittelalterlichen Töpferkunst im Rheinland und konnte 2007 mithilfe der Freunde des Kölnischen Stadtmuseums für die Sammlung erworben werden.

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Jürgen Schmitz

Jürgen Schmitz (1952*), Kölnbild – Blick von der Zoobrücke (2001), Leinwand, erworben 2004

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Heinrich Hoerle

Heinrich Hoerle (1895-1936), Heinrich Höfer (1914), Öl auf Sackleinen, 75 x 63,5 cm, erworben 1987

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Simon Meister

Simon Meister (1796-1844), Der Kölner Rosenmontagszug des Jahres 1836 (1836; zugeschrieben), Öl auf Leinwand, 91,5 x 134,5 cm, erworben 1973